Eckdaten zu Umwelt, Soziales und Unternehmensführung 2020

Rieter bekennt sich seit Jahren zur Nachhaltigkeit in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social, Corporate Governance, ESG). ESG ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Umwelt

Nachhaltige Spinnprozesse dank Rieter-Technologien

Rieter-Technologien stehen für nachhaltige Spinnprozesse, die grossen Einfluss auf einen möglichst geringen Verbrauch von Energie, Wasser und Chemikalien haben. Sie setzen Rohmaterial effizient ein, nutzen Energie nachhaltig und sind äusserst fortschrittlich bei der Verwendung von Recyclingfasern. Rieter hat sich daher zum Ziel gesetzt, Produkte und Systemlösungen für seine Kunden zu entwickeln, mit denen diese umweltschonender produzieren können, sei es durch verminderten Rohmaterialeinsatz, tieferen Energieverbrauch oder durch die Entwicklung moderner Technologien für die Verarbeitung von recycelten Fasern.

Energieeffizienz

Als Teil der textilen Wertschöpfungskette ist auch die Produktion von Garnen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit weiter zu optimieren.

Die Bedeutung der Energieeffizienz für die Garnproduktion und der Beitrag von Rieter verdeutlicht folgende vereinfachte Abschätzung: Eine Ringspinnmaschine der neusten Generation mit 2 000 Spindeln erzielt eine Energieeinsparung von 10% gegenüber einer älteren Maschine und senkt damit den Energieverbrauch um 80 MWh pro Jahr. Über den Einsatz von 1 Mio. Spindeln mit 500 Rieter-Maschinen à 2 000 Spindeln sinkt der Energieverbrauch um 40 000 MWh pro Jahr. Dies entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen von 40 000 Tonnen pro Jahr aus Kohlestrom (siehe Abbildung).

Optimaler Rohmaterialeinsatz

Ein wichtiger Aspekt in Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit der Garnerzeugung ist der Rohmaterialeinsatz.

Verarbeitung von recyceltem Material

Die Ergebnisse einer aktuellen Rieter-Studie zeigen, dass auf Rieter-Maschinen nicht nur Rotor-, sondern auch Ringgarne mit einem Anteil von bis zu 75% wiederaufbereiteter Fasern aus Altkleidern gesponnen werden können.

Digitalisierung

Die Rieter Digital Spinning Suite ESSENTIAL misst bereits in vielen Spinnereien rund um den Globus Energieverbrauch, Qualitätsdaten und Produktionskennzahlen entlang der ganzen Prozesskette.

Soziale Nachhaltigkeit

Für den Rieter-Konzern haben Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden eine fundamentale Bedeutung.

Die soziale Nachhaltigkeit umfasst Mitarbeitende, Führung und Verantwortung, Chancengleichheit, Vielfältigkeit und gesellschaftliches Engagement.

Mitarbeitender arbeitet als Schweisser

EHS-Mindestanforderungen und Audits

Basierend auf der Sicherheits-, Gesundheits- und Umwelt-Strategie (EHS) hat der Rieter-Konzern klare Mindestanforderungen definiert, die durch die Umwelt- und Arbeitssicherheitsverantwortlichen in den Produktionsstandorten sichergestellt werden. Die Einhaltung dieser Anforderungen werden im Zusammenhang mit den Risk Audits und anhand von Selbsttests überprüft. Seit Jahren verfügt der Rieter-Konzern über ein gut etabliertes Risk-Control-Audit-System für alle Standorte. Das Team Corporate Risk and Insurance Management führt in regelmässigen Abständen zusammen mit externen Partnern Risiko-Audits durch. 

Produktsicherheit

Die Sicherheit der Produkte steht für Rieter an erster Stelle. Rieter verfügt darum über eine gut strukturierte Produktsicherheits-Organisation und arbeitet bei Bedarf mit externen Spezialisten zusammen. Für jede Produktgruppe wurde ein Produktsicherheits­verantwortlicher definiert. Diese werden durch ein globales Netzwerk sowie durch regelmässige interne Schulungen unterstützt. Es sind klare Prozesse und Risikobeurteilungen definiert und es wird ein entsprechender Erfahrungsaustausch sichergestellt.

Studenten in einer Sitzung

Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung

Für die Herstellung hochwertiger Produkte und Services benötigt Rieter kompetente Mitarbeitende. Know-how, Engagement, Flexibilität und Loyalität sind der Schlüssel zum Erfolg. Daher misst Rieter der kontinuierlichen Entwicklung seiner Mitarbeitenden grosse Bedeutung bei. Rieter braucht leistungsstarke Personen, die das Unternehmen und dessen Herausforderungen verstehen. Deshalb konzentriert sich Rieter auf die Förderung talentierter Fachkräfte. Das Ziel ist, einen möglichst hohen Prozentsatz der Führungspositionen mit Mitarbeitenden aus dem eigenen Unternehmen zu besetzen.

Vielfältigkeit (Diversity)

Diversity ist fest im Wertesystem von Rieter verankert und bildet den Rahmen für eine Unternehmenskultur, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert. Vereint in den Werten und der Unternehmensstrategie werden individuelle und kulturelle Unterschiede als Bereicherung erlebt und sind Quelle von Innovation und Inspiration. Durch die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten näher zu den Absatzmärkten spiegelt die Belegschaft zunehmend die kulturelle Vielfalt der Rieter-Kunden wider.

Zusammenarbeit mit Lieferanten

Lieferanten sind Rieter-Partner. Gemeinsam mit ihnen verbessert das Unternehmen Qualität und Kostenposition der zugekauften Materialien und Komponenten kontinuierlich. Rieter legt Wert darauf, von seinen Lieferanten im Innovationsprozess aktiv unterstützt zu werden. Das Unternehmen respektiert die IP-Rechte (geistiges Eigentum) der Partner und strebt langfristige Zusammenarbeitsverhältnisse an, die geprägt sind von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Bemühen, sich den wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Das Unternehmen erwartet, dass auch seine Lieferanten die Grundsätze des Rieter-Lieferanten Verhaltenskodexes («Supplier Code of Conduct») beachten.

Soziales und gesellschaftliches Engagement

Die Zusammenarbeit mit Personalvertretungen in der ganzen Welt ist für Rieter zentral. Auf europäischer Ebene erfolgt sie über den Europäischen Betriebsrat, national direkt mit den entsprechenden Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften in den einzelnen Ländern. Für Rieter gehört soziale Verantwortung in den Standortgemeinden und gegenüber den Mitarbeitenden zur Firmentradition. In der Schweiz engagiert sich Rieter über die Johann Jacob Rieter-Stiftung in den Bereichen Kunst, Kultur, Bildung und Gemeinnütziges.

Unternehmensführung

Als weltweit tätiges Unternehmen befolgt Rieter Gesetze und Bestimmungen aller Länder, in denen es tätig ist. Handlungen und Verhaltensweisen aller Rieter Gesellschaften sowie deren Mitarbeitende stehen im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den grundlegenden Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisationen und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen.

Zertifikate, Awards und Ratings

Rieter wurde für das Jahr 2020 im Rahmen des MSCI ESG-Ratings mit der Note A (auf einer Skala von AAA-CCC) bewertet. Die MSCI-ESG-Ratings bewerten Unternehmen nach ihrer branchenspezifischen Exponierung im Bereich Umwelt-, Sozial- und Regierungsrisiken und ihrer Fähigkeit, mit diesen Risiken umzugehen. Zudem bewertet die Schweizer Nachhaltigkeitsrating-Agentur «Inrate» die Rieter Holding AG mit der Note B- (auf einer Skala von A bis D). Dieses Rating bestätigt, dass Rieter sich in einem langfristig nachhaltigen Geschäftsfeld bewegt und bestrebt ist, seine Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern.

Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie

  • 0

Nachhaltig dank innovativer Technologie

Rieter legt bei der Entwicklung aller Maschinen, Anlagen und Dienstleistungen den Fokus auf minimale Umweltbelastung, maximale Energieeinsparung und optimalen Ressourcenverbrauch. Damit knüpft das Unternehmen an sein langfristiges Engagement für Nachhaltigkeit an. Rieter nutzt zudem die Vorteile der Automatisierung und Digitalisierung während des gesamten Lebenszyklus der Maschinen.

Innovative Lösungen für nachhaltige Rohstoffe

Die Kreislaufwirtschaft wird in der Zukunft eine wichtige Rolle für die Nachhaltigkeit in der Textilindustrie spielen. Derzeit wird weniger als 1% der Kleidung weltweit recycelt und 73% landen auf Mülldeponien. Mit Systemen von Rieter wird sogenanntes Post-Consumer-Material (z. B. ausrangierte Kleidungsstücke) in die Garnproduktion integriert.

Zudem bietet Rieter massgeschneiderte und wirtschaftliche Lösungen für die Verarbeitung von Bastfasern wie Flachs oder Hanf. Diese brauchen beim Anbau wenig Pestizide und kaum Wasser. Damit werden sie zur nachhaltigen Alternative in der Garnherstellung. In Zusammenarbeit mit der Firma Temafa aus Deutschland, einem Spezialisten für das Öffnen, Reinigen und Mischen synthetischer Fasern mit Naturfasern, bietet Rieter verschiedene Technologien zur Veredlung der Rohstoffe und zum Verkürzen von Bastfasern an, so dass sie mit Spinntechnologien für Baumwolle verarbeitet werden können.

Maximale Energieeffizienz

Bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit ist die Energieeffizienz entscheidend. Im Spinnprozess hat jeder Produktionsschritt einen anderen Energiebedarf, wobei das Endspinnen am meisten Energie verbraucht, gefolgt von dem Kardieren. Seit Jahrzehnten legen die Entwicklerteams bei Rieter besonderes Augenmerk auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch in jedem einzelnen Spinnprozess und lassen dies in die Gestaltung der Maschinen einfliessen. Ziel ist es, den Energieverbrauch pro Kilogramm produziertes Garn zu senken. Die Energieeinsparungen sind besonders hoch, wenn die Maschinen zu einem System zusammengefügt werden. Ein Vergleichstest mit Baumwollringgarn Ne 14 für Jeansstoffe hat gezeigt, dass Anlagen von Rieter Energieeinsparungen von rund 10% erreichen gegenüber einem gemischten System verschiedener Hersteller. Die Wirkung auf Energieverbrauch und CO2-Emissionen ist erheblich. Allein durch den Ersatz von 1 Mio. installierter Spindeln älterer Bauart durch Rieter-Maschinen werden 40 000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen pro Jahr eingespart.

Hohe Produktivität zum Minimieren des Ressourcenverbrauchs

Jedes neue Maschinenmodell von Rieter führt ohne Qualitätseinbussen zu erheblichen Produktivitätssteigerungen in allen Verarbeitungsphasen. Zu den Highlights gehört die Karde C 80, die mindestens 30% mehr Kardenband produziert als das Vorgängermodell. Die produktivste Kämmmaschine auf dem Markt ist die E 90 mit rund 10% Produktivitätszugewinn gegenüber dem Vorgängermodell, und die vollautomatische Rotorspinnmaschine R 70 steigert die Produktivität je Spinnbox um bis zu 7%.

Mehrwert durch längere Lebensdauer

Für den Schutz wertvoller Ressourcen ist Langlebigkeit von grosser Wichtigkeit. Ein herausragendes Beispiel ist der Ringläufer ZIRKON von Bräcker, der bei maximaler Drehzahl eine Lebensdauer von rund 1 000 Stunden erreicht. Dies entspricht der dreifachen Lebensdauer herkömmlicher Ringläufer. Ein anderes Highlight ist die Legierung MULTISHARP von Graf, die die Lebensdauer der Garnituren um bis zu 50% verlängert und die Wartungskosten erheblich senkt.

Digitalisierung und Automatisierung für Nachhaltigkeit

Rieter ermöglicht es Spinnereien, das Potenzial der Digitalisierung wirksam einzusetzen. Die Digital Spinning Suite ESSENTIAL ist ein System für das Management der gesamten Spinnerei, das die Prozesskette kontinuierlich überwacht und Ineffizienzen schnell erkennt, damit Ressourcen optimal genutzt werden. Automatisierungslösungen, wie z. B. der neue Anspinnroboter ROBOspin, tragen dazu bei, Ressourcen effizient einzusetzen, und ermöglichen es dem Personal, sich auf Aufgaben mit grösserem Mehrwert zu konzentrieren.

Gesamtenergieverbrauch deutlich reduziert

Im Berichtsjahr konnte Rieter den Gesamtenergieverbrauch um rund 20 600 MWh oder 17% reduzieren. Die Treibhausgasemissionen gingen um 15% und die Versauerung um rund 11% zurück. Der Wasserverbrauch reduzierte sich um rund 12%. Und die Abfall- und Recyclingmengen liessen sich um 1 861 Tonnen senken. Die verbesserten Werte sind das Resultat der pandemiebedingt niedrigen Unternehmensleistung im Jahr 2020, aber auch von Unternehmensinitiativen in den letzten Jahren. Zudem wurde eine weitere Initiative ins Leben gerufen: Alte Heizungs- und Belüftungsanlagen sollen zunächst identifiziert und dann durch neue energieschonende Anlagen und alternative Energiequellen ersetzt werden. 

Solaranlage bei Rieter India 2020 vollumfänglich genutzt

Die im Jahr 2019 installierte 2-MW-Solaranlage am Produktionsstandort von Rieter India in Wing mit einer Fläche von 27 000 m2 lieferte bereits im Jahr 2020 Solarstrom im Umfang von 1 233 MWh. Diese Menge bedeutet einen Anteil von rund 10% der benötigten Strommenge des Standorts, was eine Reduzierung des CO2-Ausstosses um zirka 912 Tonnen am Produktionsstandort ermöglichte.

Rieter setzt auf erneuerbare Energien

Am Standort Winterthur (Schweiz) hat Rieter 2019 die Voraussetzungen zur Beschaffung von Solarstrom und Strom aus Wasserkraft geschaffen. In 2020 hat Rieter Winterthur durch den Einkauf des Solarstroms und des Stroms aus Wasserkraft rund 20% des jährlich benötigten Stroms durch erneuerbare Energien ersetzt. Die Einsparung des CO2-Ausstosses erreichte damit rund 120 Tonnen. Im Jahr 2020 sind zwei weitere Solaranlagen auf den Dächern der Bräcker AG, einem Rieter-Produktionsstandort in der Schweiz, gebaut worden. 

Zertifikate für Umgang mit natürlichen Rohstoffreserven

Die Rieter-Standorte in Winterthur und Rapperswil SG (Graf + Cie AG) wurden 2020 von der PET Recycling Schweiz mit dem Umweltzertifikat ausgezeichnet. Durch die korrekte Entsorgung von PET-Getränkeflaschen kann jeder mit wenig Aufwand einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten, um Treibhausgas und Erdöl einzusparen und damit zum Klimaschutz, zur Energieeinsparung, zur Abfallverminderung und zur Schonung natürlicher Rohstoffquellen beitragen. 

Bewältigung COVID-19 Pandemie

Das Geschäftsjahr 2020 war von der COVID-19-Pandemie gekennzeichnet, die zu einem erheblichen Einbruch der Nachfrage nach neuen Maschinen, aber auch nach Ersatz- und Verschleissteilen führte. Bei Ausbruch der COVID-19-Pandemie im ersten Quartal 2020 hat Rieter ein umfassendes Krisenmanagement in Kraft gesetzt. An allen Rieter-Standorten weltweit wurden Schutzmassnahmen für die Mitarbeitenden umgesetzt, deren Wirksamkeit sich auch in stark von der Pandemie betroffenen Ländern – wie Indien oder der Tschechischen Republik – gezeigt hat.

Führung und Mitarbeiterförderung

Mit dem weltweiten «Performance Management Process» unterstützt Rieter eine professionelle Personalentwicklung. Dank dieser digitalen Lösung konnten interne Potentialträger identifiziert und gefördert werden und somit im Jahr 2020 verschiedenste Positionen durch interne Bewerber besetzt werden. Rieter hat zudem im Jahr 2020 ein «Graduate Program» ins Leben gerufen. Neben dem «Performance Management Process» bietet das Graduate Program eine weitere Option, junge talentierte Menschen zu identifizieren. 

Soziales Engagement – Indien

Rieter India hat das 2018 ins Leben gerufene soziale Engagement «Corporate Social Responsibility Initiatives» in 2020 fortgeführt. Das interne CSR-Gremium hat im Rahmen des neues Planes 2020/2021 erneut aus den eingereichten Projekten die unterstützungswürdigsten ausgewählt und stellte einen entsprechenden Betrag zur Verfügung.

Lachende Männer in einer Sitzung

Code of Conduct

Der Code of Conduct (Verhaltenskodex) ist ein Bestandteil des Arbeitsvertrags jedes Mitarbeitenden. Er ist in den einzelnen Geschäftseinheiten Bestandteil des Einarbeitungsprogramms. Zusätzlich wurden im Jahr 2020 auch Schulungen in Form eines E-Learning-Programms für Mitglieder des Managements zentral durchgeführt. Im Rahmen der internen Revision und durch zusätzliche Audits wird die Einhaltung des Code of Conduct regelmässig überprüft.

Nachhaltigkeitsziele

  • 0

Nachhaltigkeitsziele 2020

Im Jahr 2016 setzte der Konzern sowohl umweltbezogene wie auch soziale Ziele für das Jahr 2020, die teilweise schon in vorangehenden Jahren erreicht werden konnten. Trotz aller Bemühungen verunmöglichte die COVID-19-Pandemie jedoch das Erreichen der angestrebten Ziele im Berichtsjahr: Die Umwelt-Ziele konnten primär wegen des starken Rückgangs der Unternehmensleistung nicht erreicht werden. Bezüglich der sozialen Ziele hatte der Schutz der Mitarbeitenden im Pandemiejahr Vorrang.

Die Angaben zur umweltbezogenen Nachhaltigkeit beziehen sich jeweils auf 1 000 CHF Umsatz.

Eckdaten Umwelt
Ziel 2020Erreichung 2020
Energieverbrauch
< 0.12 MWh/1 000 CHF
Energieverbrauch
0.1697 MWh/1 000 CHF
Treibhausgasemissionen
< 0.050 kg/1 000 CHF
Treibhausgasemissionen
0.069 kg/1 000 CHF
Versauerung
< 0.012 kg/1 000 CHF
 
Versauerung
0.0144 kg/1 000 CHF
 
Wasserverbrauch
< 0.30 m³/1 000 CHF
 
Wasserverbrauch
0.424 m³/1 000 CHF
 
Abfall und Recycling
< 10 kg/1 000 CHF
Abfall und Recycling
11.34 kg/1 000 CHF
Eckdaten Soziales
Ziel 2020Erreichung 2020
Fluktuationsrate in %
< 10%
Fluktuationsrate in %
12%
Frauen in Managementpositionen
> 15%
Frauen in Managementpositionen
11%
Weiterbildungstage pro Mitarbeitenden/Jahr
> 3
Weiterbildungstage pro Mitarbeitenden/Jahr
1.57
Abwesenheitsstunden im Verhältnis zu Arbeitsstunden
< 2%
Abwesenheitsstunden im Verhältnis zu Arbeitsstunden
3.87%
Tödliche Arbeitsunfälle
Keine
Tödliche Arbeitsunfälle
Keine

Umwelt

Rieter erfasst alle für die nachhaltige Unternehmensführung relevanten Daten in der SEED-Datenbank (Environmental, Social, Economic Data). Diese Daten werden jährlich ausgewertet. Sie bilden auch die Grundlage für die Eckdaten zu Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Energieverbrauch und -mix

Der absolute Energieverbrauch sank 2020 gegenüber dem Vorjahr um 20 628 MWh – oder rund 17% – auf 97 223 MWh. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Energieverbrauch auf knapp 0.17 MWh/1 000 CHF Umsatz, was auf den Rückgang der Unternehmensleistung im Jahr 2020 zurückzuführen ist. Der Energiemix veränderte sich 2020 gegenüber dem Vorjahr durch den intensiv geförderten Einsatz von erneuerbaren Energien deutlich. Mit der Produktion von Solarstrom am Standort Wing (Indien) und von Strom aus Solarenergie und Wasserkraft am Produktionsstandort Winterthur (Schweiz) hat Rieter den Einsatz von erneuerbaren Energien um 3% auf 5% erhöht.

Treibhausgasemissionen

Die absoluten CO2-Emissionen reduzierte Rieter 2020 gegenüber dem Vorjahr um rund 7 100 Tonnen – oder rund 15% – auf 39 280 Tonnen. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wert der CO2-Emissionen auf 0.069 kg/1 000 CHF Umsatz. Die Zielgrösse von weniger als 0.050 kg/1 000 CHF Umsatz konnte aufgrund des starken Umsatzrückgangs 2020 nicht erreicht werden.

Versauerung

Rieter reduzierte die absoluten SOx-Emissionen 2020 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1 Tonne – oder rund 11% – auf 8.25 Tonnen. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wert der SOx-Emissionen auf 0.0144 kg/1 000 CHF Umsatz. Die Zielgrösse für 2020, die SOx-Emissionen auf unter 0.12 kg/1 000 CHF Umsatz zu reduzieren wurde jedoch wegen dem starken Umsatzrückgang verfehlt.

Wasserverbrauch

Den absoluten Wasserverbrauch reduzierte Rieter im Vergleich zu 2019 erheblich um rund 32 357 m3. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wasserverbrauch über die geplante Zielgrösse für 2020, was wiederum auf den Umsatzrückgang zurückzuführen ist. Der Grossteil des verwendeten Wassers (rund 65%) stammte aus der kommunalen Wasserversorgung; die restlichen 35% entfallen auf Grund- und Oberflächenwasser.

Abfall und Recycling

Die an den Rieter-Standorten erzeugte Abfallmenge reduzierte sich erheblich um 1 861 Tonnen – oder rund 22% – auf eine Abfallmenge von 6 500 Tonnen im Berichtsjahr. Der Anteil extern wiederverwertbaren Abfalls betrug 82%. Dieser Erfolg ist eine Auswirkung der internen Massnahmen zur Abfallvermeidung. In Bezug auf die Unternehmensleistung ist die Abfallmenge über die geplante Zielgrösse von weniger als 0.10 kg/1 000 CHF Umsatz geblieben, was ebenfalls auf den Umsatzrückgang 2020 zurückzuführen ist.

Soziale Eckdaten

Mehr Frauen in Managementpositionen

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Anzahl Vollzeitstellen (ohne temporär Angestellte) von 4 591 auf 4 420. Die Anzahl temporär Angestellter (136) betrug rund 3%. Dagegen hat sich die Altersverteilung der Rieter-Belegschaft im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Sie ist weiterhin ausgeglichen und zeigt eine einheitliche Verteilung auf alle Altersbereiche. Mit 32% umfasst derjenige von 30 bis 39 Jahren die meisten Mitarbeitenden.

Der Frauenanteil betrug 2020 rund 20% der Gesamtbelegschaft. In Managementpositionen lag dieser mit rund 11% um 1% höher als 2019. In den oberen vier Führungsstufen erhöhte sich der Frauenanteil ebenfalls auf 12%. Rieter verfolgt das Ziel, den Frauenanteil gesamthaft zu erhöhen und in Managementpositionen kontinuierlich auf über 20% bis 2025 zu steigern.

Die Fluktuationsrate ist je nach Region sehr unterschiedlich. Sie betrug im Jahr 2020 – bezogen auf die gesamte Zahl der Mitarbeitenden – knapp 12%.

Weiterbildung im Fokus behalten

Es verfügen im Berichtsjahr unverändert rund 90% aller Rieter-Mitarbeitenden über eine qualifizierte Berufsausbildung oder einen Universitätsabschluss. Die Anzahl Weiterbildungstage reduzierte sich 2020 insgesamt um rund 10% und gleichzeitig verringerte sich die durchschnittliche Anzahl an Weiterbildungstagen pro Mitarbeitenden/Jahr auf rund zwei Tage. Im Jahr 2020 arbeiteten 118 Lernende/Auszubildende im Rieter-Konzern, das entspricht knapp 3% der Gesamtmitarbeiterzahl. Mit 65 Lernenden/Auszubildenden an Standorten in der Schweiz bedeutet dies einen Anteil von mehr als 7% an der Belegschaft in der Schweiz.

Arbeitsunfälle im Jahr 2020 weiter reduziert

Mit 46 Fällen gegenüber dem Vorjahr konnte Rieter 2020 die Anzahl Arbeitsunfälle um knapp 25% reduzieren. Die Unfallrate lag mit fünf Fällen – bezogen auf eine Million Arbeitsstunden – um mehr als einen Fall niedriger als im Vorjahr. Das Unternehmen verfolgt weiter konsequent das Ziel, Arbeitsunfälle komplett zu vermeiden. Seit 2011 hatte Rieter keine berufsbedingten Todesfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte durch die Einführung des Programmes Arbeitssicherheit im Jahr 2012 von 185 Arbeitsunfälle im Jahr 2011 auf den aktuellen Stand 2020 von 46 Arbeitsunfällen um 75% reduziert werden. 

Zertifizierte Managementsysteme

 201820192020
ISO 9001 (Standorte)111111
Mitarbeitende82%86%90%
ISO 14001 (Standorte)111
OHSAS 18001 (Standorte)111
Rieter-Produktionsstandorte161615

2020 waren 13 Rieter-Werke zertifiziert: 11 nach ISO 9001, davon 1 Werk nach ISO 50001 (einer reduzierten Variante für ISO 9001), ein Werk nach ISO 14001 und eines nach OHSAS 18001.

Zwischenziel 2025

Rieter ist sich seiner Verantwortung bewusst und ist bestrebt, einen aktiven Beitrag zur Energiewende 2050 und den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu leisten. Der bis 2025 geplante Ausstieg aus der Nutzung von Strom aus Kohle oder kohlehaltigen Produkten soll durch die Optimierung des eigenen Energieverbrauchs und die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen erfolgen. Deshalb hat Rieter ehrgeizigere Ziele in Bezug auf den Energieverbrauch, Treibhausgase, Versauerung und Wasserverbrauch gesetzt.

Bei den sozialen Eckdaten will Rieter insbesondere den Anteil an Frauen in Managementpositionen auf über 20% erhöhen. Das Unternehmen hält unverändert daran fest, keine tödlichen Arbeitsunfälle zu verzeichnen und setzt alles daran, Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Eckdaten 2025

Umwelt

  • 0

    Energieverbrauch

  • 0

    Treibhausgasemissionen

  • 0

    Versauerung

  • 0

    Wasserverbrauch
     

  • 0

    Abfall und Recycling

Soziales

  • 0

    Fluktuationsrate in % der Belegschaft

  • 0

    Frauen in Managementpositionen

  • 0

    Weiterbildungstage pro Mitarbeitenden/Jahr

  • 0

    Abwesenheitsstunden im Verhältnis zu Arbeitsstunden

  • 0

    Tödliche Arbeitsunfälle

Neue Zielsetzung 2030

Ersatz aller fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energien

  • 0

Bis 2030 hat sich Rieter das Ziel gesetzt, auf die Nutzung von fossiler Energie komplett zu verzichten und diese durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die Initiativen «Erneuerung der Heizungs- und Belüftungsanlagen durch energieeffiziente und umweltfreundliche Systeme» und «Förderung und Bau von Solaranlagen» an Rieter-Standorten ins Leben gerufen. Die Planung für den Investitionsbedarf wird durch Rieter zentral begleitet und für jeden Produktionsstandort beurteilt und im Investitionsplan freigegeben.

Rieter verfolgt zudem das Zwischenziel bis 2025 auf die Nutzung von Strom, der aus Kohle oder kohlehaltigen Produkten produziert wird, weltweit zu verzichten. Die Steuerung erfolgt durch den gezielten Einkauf von Strom bei Stromlieferanten, die in ihrer Stromproduktion keine Kohle oder kohlehaltigen Produkte einsetzen. Die Stromproduzenten belegen die kohlefreie Produktion durch Zertifikate anerkannter Zertifizierungsunternehmen.

Der Start zur Umsetzung dieser Strategie wurde im Jahr 2019 durch den Bau der Solaranlage am Produktionsstandort in Indien sowie dem Einkauf von erneuerbarer Energie aus Wasserkraft und Sonne am Produktionsstandort Winterthur ab 2020 gelegt. Die nächste Etappe erfolgte im Berichtsjahr 2020 durch den Einkauf von Sonnenenergie am Standort Pfäffikon aus der Solaranlage, die durch eine Drittgesellschaft auf den Dächern des Produktionsstandort Pfäffikon errichtet wurde.

Die Planung sieht den Bau von Solaranlagen auf den Dächern von weiteren Produktionsstandorten vor, wie beispielsweise die Projektierung und der Start zum Bau einer Solaranlage am Standort Rapperswil im Jahr 2021.

XS
SM
MD
LG
XLG