Soziale, ökologische und ökonomische Eckdaten 2019

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Rieter-Strategie.

Nachhaltige Spinnprozesse dank Rieter-Technologien

Rieter-Technologien stehen für nachhaltige Spinnprozesse, die grossen Einfluss auf einen möglichst geringen Verbrauch von Energie, Wasser und Chemikalien haben, die Rohmaterial effizient einsetzen, die Energie nachhaltig und effizient nutzen sowie bei der Verwendung von Recyclingfasern äusserst fortschrittlich sind. Rieter hat sich daher zum Ziel gesetzt, Produkte und Systemlösungen für seine Kunden zu entwickeln, mit denen diese umweltschonender produzieren können, sei es durch verminderten Rohstoffeinsatz, tieferen Energieverbrauch oder durch die Entwicklung moderner Technologien für die Verarbeitung von recycelten Fasern.

Eine immer wichtigere Rolle spielt die Digitalisierung. ESSENTIAL, die Rieter Digital Spinning Suite, misst bereits in vielen Spinnereien rund um den Globus Energieverbrauch, Qualitätsdaten und Produktionskennzahlen entlang der ganzen Prozesskette. Durch die permanente Überwachung und das Setzen von Benchmarks werden Ineffizienzen schnell sichtbar und lassen sich rasch beheben, was den Ressourcenbedarf deutlich reduziert.

Energieeffiziente und ökologische Produktionskonzepte

Rieter implementiert energieeffiziente und umweltfreundliche interne Fertigungskonzepte, die den Energieverbrauch reduzieren. Fossile Brennstoffe zum Heizen und Kühlen werden durch erneuerbare Energien ersetzt. Auch Elektrizität aus erneuerbaren Energien sowie die Reduzierung des Wasserverbrauchs und des Abfalls spielen eine immer gewichtigere Rolle.

Mitarbeitender arbeitet als Schweisser

Sichere und gesunde Arbeitsplätze

Die in den letzten Jahren lancierten Programme im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit zeigen Wirkung. Die Zahl der Arbeitsunfälle konnten konzernweit gesenkt werden. Schulungen am Arbeitsplatz zur Risikosensibilisierung der Mitarbeitenden in den Bereichen Unfallprävention, Risikobewusstsein und Arbeitsplatzsicherheit haben sich besonders positiv ausgewirkt. Globale Richtlinien sowie Standards wurden überarbeitet und die Verantwortlichkeiten auf allen Stufen klarer definiert. Lokal wurden diverse Verbesserungsprojekte im Bereich Arbeitssicherheit initiiert und umgesetzt; dazu gehören beispielsweise verbesserte ergonomische Arbeitsplätze und die konsequente Nutzung der persönlichen Schutzausrüstungen.

Seit 2012 werden jährlich globale Ziele im Bereich Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit festgelegt. Die Zielerreichung wird im Rahmen von Reportings und Self-Assessments weltweit überprüft und an Sitzungen des Managements systematisch thematisiert.

Studenten in einer Sitzung

Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung

Für die Herstellung hochwertiger Produkte und Services benötigt Rieter kompetente Mitarbeitende. Know-how, Engagement, Flexibilität und Loyalität sind der Schlüssel zum Erfolg. Daher misst Rieter der kontinuierlichen Entwicklung seiner Mitarbeitenden grosse Bedeutung bei.

Diese Entwicklungsmassnahmen beinhalten die Teilnahme an Schulungen und Seminaren, wobei «Training on the Job» für Rieter noch wichtiger ist. Dazu gehören «Job Enlargement» und «Job Enrichment», «Job Rotation», projektbezogene und internationale Einsätze, Förderung usw.; Rieter achtet stets darauf, dies allen Mitarbeitenden zu ermöglichen, um sie konsequent auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Motivation und die Fähigkeiten von Führungskräften sind entscheidend dafür, wie gut Rieter auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Rieter braucht leistungsstarke Personen, die das Unternehmen und dessen Herausforderungen verstehen. Daher konzentriert sich Rieter auf die Förderung talentierter Fachkräfte. Das Ziel ist, einen möglichst hohen Prozentsatz der Führungspositionen mit Mitarbeitenden aus dem eigenen Unternehmen zu besetzen. Rieter führt jährlich einen strukturierten Nachfolgeplanungsprozess durch und schafft so die Voraussetzungen, um intern potenzielle Nachfolger zu identifizieren. Die systematische, vorausschauende Nachfolgeplanung ermöglicht zudem die Vorbereitung potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten auf eine neue Position und einen effizienten Know-how-Transfer.

Und selbstverständlich ist Diversity bei Rieter ein Thema, das ernst genommen wird, und zwar auf allen Stufen der Organisation. Diversity ist bei Rieter aber nicht beschränkt auf das Thema Mann und Frau. Für das Unternehmen ist es genauso wichtig, dass die unterschiedlichen Märkte, in denen Rieter tätig ist, im Kader des Unternehmens repräsentiert sind.

NACHHALTIGKEITSERFOLGE IM RIETER-KONZERN 2019

Im Berichtsjahr konnte Rieter den Gesamtenergieverbrauch um mehr als 5 000 MWh reduzieren. Die Treibhausgasemissionen gingen um 15 Prozent und die Versauerung um gut 8 Prozent zurück. Die Abfallund Recyclingmengen liessen sich um 2 562 Tonnen senken. Die verbesserten Werte sind das Ergebnis von Unternehmensinitiativen in den letzten Jahren. Zudem wurde eine weitere Initiative ins Leben gerufen: Alte Heizungs- und Belüftungsanlagen sollen zunächst identifiziert und dann durch neue energieschonende Anlagen und alternative Energiequellen ersetzt werden. Die notwendigen Mittel werden in die Budgetplanung für die nächsten Jahre aufgenommen.

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Solaranlage bei Rieter India eingeweiht

Im September 2019 weihte Rieter-CEO Norbert Klapper eine 2-MW-Solaranlage am Produktionsstandort von Rieter India in Wing ein. Mit einer Fläche von 27 000 m2 liefert sie 25 Prozent des jährlich benötigten Stromverbrauchs und reduziert den jährlichen CO2-Ausstoss um 2 500 Tonnen. Diese Zahlen bestätigten sich im letzten Quartal 2019: Insgesamt 564 Tonnen CO2 liessen sich durch die Produktion von Solarstrom einsparen.

Rieter setzt auf erneuerbare Energien

Auf dem Areal in Winterthur (Schweiz) hat Rieter 2019 die Voraussetzungen zur Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen und Wasserkraft geschaffen. Ab 2020 wird das Unternehmen diesen Strom nutzen, um einen guten Anteil der jährlich benötigten elektrischen Energie abzudecken. Darüber hinaus plant Rieter den Bau weiterer Solaranlagen auf den Dächern eigener Produktionsstätten.

Ebenfalls in Winterthur fördert Rieter die Nutzung von Elektromobilität durch seine Mitarbeitenden, denen am Standort zehn neu installierte Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung stehen.

Mehrwert durch längere Lebensdauer

Der Bräcker Traveller C1 ELM udr gewährleistet eine um mehr als 30 Prozent längere Lebensdauer gegenüber anderen auf dem Markt erhältlichen Produkten. Er trägt damit zur Effizienz im Produktionsprozess der Spinnereien bei. Die Weiterentwicklung wurde durch ein neues Design und die Verwendung noch besserer Werkstoffe realisiert.

Ein komplett energieeffizientes Portfolio

An der ITMA 2019 in Barcelona präsentierte Rieter ein fast durchgehend erneuertes Portfolio für alle vier am Markt etablierten Spinnsysteme. Diese Neuheiten zielen auf die Erhöhung von Produktivität und Flexibilität sowie auf die Senkung der Rohmaterialkosten (siehe auch: Rohmaterial effizient einsetzen) und der Energiekosten (siehe auch: Energie signifikant einsparen) in der Spinnerei ab. Kunden profitieren von den Vorteilen jeder einzelnen Maschine. Dagegen bauen komplette Rieter-Systeme auf dem Know-how im gesamten Spinnprozess auf: vom Rohmaterial bis zum Garn. Die überragende Wirtschaftlichkeit des exakt aufeinander abgestimmten Komplettsystems bringt bei höchster Produktivität signifikante Energieeinsparungen.

Produktbild der Kämmmaschine E 90 von Rieter

Rohmaterial effizient einsetzen

Rieter-Technologien ermöglichen den Kunden eine sehr gute Rohmaterialausnutzung. Bei der Herstellung gekämmter Garne mit einem Rieter-Kompaktspinnsystem erreicht der Kunde Rohmaterialeinsparungen von einem Prozentpunkt gegenüber «gemischten Anlagen» bei gleich guter Garnqualität. Wesentlichen Anteil daran haben die Hochleistungskarde C 80 mit maximalem technologischem Querschnitt und individuell bestückbarer Vor- und Nachkardierzone sowie die Kämmmaschine E 90 mit hochwertigen Technologiekomponenten optimal aufeinander abgestimmter Kämmbewegungen.

Ein anderer Ansatz ist die Verarbeitung von günstigerer Baumwolle mit einem höheren Anteil an Kämmling oder Trash zu Garnen mit marktüblicher Qualität. Dafür steht der neue Rotor-Direktprozess. Die Karde C 80 und das regulierte Streckenmodul RSB-Module 50 mit zwei Verzugszonen ermöglichen deutliche Vorteile in der Garngleichmässigkeit gegenüber Modulen mit nur einer Verzugszone. In Kombination mit der vollautomatischen Rotorspinnmaschine R 70 und ihrer effizienteren Schmutzausscheidung können Garne mit erheblich besserer Festigkeit gesponnen werden. Aus einer Baumwollmischung mit über 50 Prozent Kämmlingsanteil lässt sich auch im Bereich feiner als Ne 30 ein Garn mit hoher Gleichmässigkeit herstellen.

Energie signifikant einsparen

Energieeffiziente Lösungen und eine hohe Produktionsleistung bringen signifikante Energieeinsparungen entlang des Prozesses. In der Faservorbereitung bietet die Putzereilinie VARIOline mit der neuen Option ECOrized 30 Prozent Energieeinsparung beim Fasertransport. Eine intelligente Software regelt dynamisch alle Ventilatoren. Wird kein Material transportiert, verringert sich die Ventilatordrehzahl. Auch im Rotorspinnen wurde der Energiebedarf weiter reduziert. Die vollautomatische Rotorspinnmaschine R 70 hat eine äusserst effiziente Absaugung. Eine energiesparende automatische Filterreinigung und eine optimierte Luftführung reduzieren den Energiebedarf um bis zu 5 Prozent. Hochmoderne, elektronisch kontrollierte Einzelantriebe sind sehr effizient. Ist eine Spinnstelle nicht in Betrieb, verbrauchen die Einzelantriebe keine Energie.

Baumwollfasern hochwertig recyceln

Es gibt jährlich unzählige Tonnen Altkleider. Deren Recycling bringt ökologisch grosse Vorteile, da für die Aufbereitung dieser Fasern weder Dünger noch Pestizide oder Wasser benötigt werden. Um Baumwollfasern hochwertig zu recyceln, ist jedoch grosses Know-how gefragt. Deshalb definiert Rieter in den eigenen Spinncentern die Prozessfolge, -einstellungen und -komponenten, damit Kunden aus Altkleidern wieder optimal Rotorgarne und Ringgarne herstellen können.

ZIELE 2020

  • Ziele pro 1 000 CHF Umsatz:
  • 0Energieverbrauch
  • 0Treibhausgasemissionen
  • 0Versauerung
  • 0Wasserverbrauch
  • 0Waste and recycling

ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT

Die kontinuierliche Reduktion des Ressourcenverbrauchs ist für Rieter ein zentrales Anliegen. Das Unternehmen ist bestrebt, durch die Entwicklung von Maschinen, Systemen und Komponenten für seine Kunden Mehrwert zu schaffen. Es leistet so einen wichtigen Beitrag, damit Kunden nachhaltiger produzieren können. Daraus resultieren ein geringerer Energiebedarf, optimale Ressourcennutzung und Abfallvermeidung.

Gleichzeitig optimiert Rieter fortlaufend den eigenen Energieverbrauch und nutzt erneuerbare Energiequellen. Das führt zu minimalen Schadstoffbelastungen der Umwelt und der besseren Ausnutzung von Rohstoffen in der eigenen Produktion. Diese Nachhaltigkeitsfaktoren hat Rieter bereits vor Jahrzehnten erkannt. Das Unternehmen trägt diesen Faktoren in Produktentwicklung und Produktion konsequent Rechnung.

Energieverbrauch

Der absolute Energieverbrauch sank 2019 gegenüber dem Vorjahr um 5 092 MWh – oder gut 4 Prozent – auf 117 861 MWh. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Energieverbrauch auf 0.15 MWh/1 000 CHF Umsatz, was allerdings auf den Umsatzrückgang 2019 zurückzuführen ist. Bei einem vergleichbaren Umsatz wäre der Wert weiter reduziert worden.

Treibhausgasemissionen

Die absoluten CO2-Emissionen reduzierte Rieter 2019 gegenüber dem Vorjahr um knapp 8 000 Tonnen – oder rund 15 Prozent – auf 46 397 Tonnen. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wert der CO2-Emissionen auf 0.061 kg/1 000 CHF Umsatz. Die Zielgrösse wurde aufgrund des starken Umsatzrückgangs 2019 nicht erreicht; verglichen mit den Resultaten der letzten Jahre ist dies jedoch ein guter Wert. Bei einem vergleichbaren Umsatz wäre das Ergebnis besser als der angestrebte Wert in der Zielsetzung 2020 gewesen.

Versauerung

Rieter reduzierte die absoluten SOx-Emissionen 2019 gegenüber dem Vorjahr um gut 0.84 Tonnen – oder gut 8 Prozent – auf 9.12 Tonnen. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wert der SOx-Emissionen auf 0.0122 kg/1 000 CHF Umsatz. Die Zielgrösse wurde trotz des starken Umsatzrückgangs 2019 erreicht. Bei einem vergleichbaren Umsatz wäre das Ergebnis besser als der angestrebte Wert gewesen.

Wasserverbrauch

Den absoluten Wasserverbrauch hielt Rieter im Vergleich zu 2018 auf gleichem Niveau. In Bezug auf die Unternehmensleistung stieg der Wasserverbrauch über die geplante Zielgrösse für 2020, was auf den Umsatzrückgang zurückzuführen ist. Bei einem vergleichbaren Umsatz wäre die Zielgrösse 2020 bereits 2019 erreicht worden. Der Grossteil des verwendeten Wassers (rund 64 Prozent) stammte aus der kommunalen Wasserversorgung; die restlichen 36 Prozent entfallen auf Grund- und Oberflächenwasser.

Abfall und Recycling

Die an den Rieter-Standorten erzeugte Abfallmenge reduzierte sich erheblich um 2 652 Tonnen – oder 24 Prozent – auf eine Abfallmenge von 8 362 Tonnen im Berichtsjahr. Der Anteil extern wiederverwertbaren Abfalls ist auf 85 Prozent gestiegen. Dieser Erfolg ist eine Auswirkung der internen Massnahme zur Abfallvermeidung. In Bezug auf die Unternehmensleistung ist die Abfallmenge über die geplante Zielgrösse für 2020 gestiegen, was auf den Umsatzrückgang 2019 zurückzuführen ist. Bei einem vergleichbaren Umsatz wäre die Zielgrösse verbessert worden.

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